Unser Gesundheitssystem ist aus dem Takt geraten. Trotz stets neuer Reformversuche der Gesundheitspolitik holpert und stolpert es vor sich hin, eingezwängt in ein Flechtwerk von Lobbyismus, gegenseitigen Abhängigkeiten, Ökonomisierungsdruck und Gewinnmaximierung. Intransparenz, Ineffizienz, mangelnde Bereitschaft zur Selbstkritik, insuffizientes Qualitätsbewußtsein, Setzen falscher Prioritäten und Fehlen klar definierter Ziele sind nur einige seiner Krankheitssymptome.
Statt wiederholt die längst bekannten Verfehlungen und Probleme aufzulisten, ist es höchste Zeit, zu überlegen, welche konstruktiven Schritte von allen Beteiligten gegangen werden können, um den "Puls des Gesundheitssystems" wieder zu rhythmisieren und denen Raum zu geben und Gehör zu verschaffen, die damit inzwischen begonnen haben.
Einige solcher Beispiele gibt es. Noch fehlt ihnen die Macht, den „Takt“ vorzugeben. Aber sie regen einen Umdenkprozess an, der sich nutzbringend entfalten kann, wenn ihm mehr Solidarität der Patienten, der Ärzte und aller im Gesundheitssystem beteiligten Berufsgruppen zukommt.
Wir stellen Ihnen die Gedanken, Aktivitäten und Aktionen auch deshalb vor, weil sie uns ermutigen in der alltäglichen Arbeit. Denn wir finden darin unser Verständnis von ärztlicher Ethik und unser alltägliches Bemühen um Authentizität zum Wohl unserer PatientInnen wieder.